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Der Schützenverein zu Dissen
Das Dissener Schützenfest wir seit vielen Jahrhunderten gefeiert.
Seine Entstehung fällt in die Blütezeit des deutschen Bürgertums im Mittelalter, also etwa in das 13. und 14. Jahrhundert, in welcher die Schutzgemeinschaften, die Bruderschaften und Schützengilden als Wehr gegen die Gewalt der Straßen und in Zeiten der Fehde Handel und Gewerbe vor Angriffen bewahrten.
Einen Schützenverein, wie man ihn heute kennt gab es damals freilich noch nicht. Es war eher eine Art der Bürgerwehr; wie sie für die Vogtei  Dissen im Jahre 1767 beschrieben wird und mit dem Namen der Mitglieder versehen ist. Liste und Ordnung, welche im Kirchspiel Dissen den Schützendienst zu verrichten haben und auf dem Markttage mit Gewehr aufzuziehen verpflichtet sind, heißt es da. Capitain Middendorf, Fähnrich Kock, Tambour Rieke, Ansager Staffhorst steht dort und viele Namen, di e auch noch heute Gültigkeit für unseren Ort haben, folgen. So übrigens auch für Aschen, Aschendorf, Erpen, Strang und Nolle.
Die erste nachweisliche Erwähnung für ein Schützenfest mit Vogelschießen in Dissen fällt in das Jahr 1657: Aus der Gravur der ältesten Medaille an der mächtigen Königskette geht hervor, dass Lambert Corfey Rentmeister zu Iborch anno Domini 1657 den dritten July zu Dissen den Vogel abgeschossen hat. Der silberne Vogel allerdings, das bedeutendste Stück der Königskette ist bereits 1594 – also 63 Jahre zuvor – von dem Osnabrücker Münzmeister Cord Dellebrugk für die Dissener Schützen hergestellt worden. Er gilt jedoch nicht als Gründungsdatum für den heutigen Verein, in dem man sich schon frühzeitig auf 1657 verständigt hatte.
Mittlerweile hängen schon 150 Medaillen an der Königskette, die damit nicht nur ein seltenes Schmuckstück von hohem Wert, sondern auch ein Münzenschatz und ein Denkmal historischer Goldschmiedekunst zugleich ist. Während viele Schützenkönige alte Silbermünzen, die sich schon über Jahrhunderte im Familienbesitz befanden – also frühere Zahlungsmittel waren – zur Erinnerung an ihre Amtszeit anfügten, ließen andere Medaillen von Silberschmieden kunstvoll gravieren.
So beweist eine Medaille aus dem Jahre 1836, das die Dissener Graveure Meister ihres Fachs waren: Hier weist ein Bild eines vom Pfeil getroffenen Adlers nicht den geringsten Fehlstich auf und sogar die winzigen Federn des Gefieders sind klar zu erkennen. Bemerkenswerte Stücke von historischem Wert gibt es jedoch noch viele.
Nach dem Krieg 1870/71 entstanden überall im Lande die sogenannten Kriegervereine, das Vereinswesen insgesamt blühte förmlich auf. So taten sich am 11. August 1887 einige Dissener Bürger zusammen, den traditionellen Schützenverein zu Dissen wieder aufleben zu lassen. Zwar fehlte das Gründungsprotokoll, jedoch waren altbekannte Namen, wie Upmeyer, Diepenhorst, Möller, Erdbrink, Horst, Wehrkamp, Leonhardt, Büscher und Hampe unter denen, die das neue Vereinsgesetz unterzeichneten. Al s Festplatz wählte man den Schollmeierschen Besitz  Röbenkamp, auf dem schön früher die meisten Feste gefeiert wurden. Ein erstes massives Wirtschaftsgebäude mit Bierschänke und Küche entstand 1888, die Frauen des Vereins stifteten eine Fahne mit dem Spruch: Einigkeit macht stark.
Das Fest hatte, so lange es bis dahin gefeiert wurde, keine Schützenkönigin gehabt, doch 1890 wurde zum ersten mal auch eine Königin gekrönt: Frau Sanitätsrat Dr. Angenete. Sie stiftete das heute noch erhaltene Königinnendiadem, seit dieser Zeit tritt auch ein jeweiliger Hofstaat in Erscheinung. Dass auch weit über die Grenzen der eigenen Heimat das Dissener Schützenfest geschätzt wurde beweist die häufige Festteilnahme der Deutsch – Amerikaner Sommerkamp, Keisker und anderer. Sommerkamp errang sogar dreimal von 1891 – 1905 die Königswürde.